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  Neues Praktiker-Marktkonzept in Nürnberg realisiert
Easy-to-Shop startet jetzt in Bayern - Praktiker schärft Zwei-Marken-Strategie
  • Sortimentsoptimierung und neues Marktlayout erleichtern den Einkauf
  • Testlauf in sechs deutschen Pilotmärkten ein voller Erfolg
  • Rund 400.000 Euro Umbaukosten pro Markt
  • Mehr Kundenbindung, mehr Kaufanreize, mehr Umsatz und Ertrag


Nürnberg - 12. März 2007. Mit der Eröffnung des Easy-to-Shop-Marktes in Nürnberg bietet Praktiker seinen Kunden nun auch in Bayern ein neues Baumarkterlebnis. Easy-to-Shop macht den Einkauf nicht nur preiswert, sondern auch einfach und schnell. Das Besondere an dem Standort in der Geisseestraße: Gleich nebenan bietet Max Bahr - seit 1. Februar Teil der Praktiker-Gruppe - ein attraktives Kontrastprogramm an Waren und Dienstleistungen auf besonders hohem Niveau. "Praktiker und Max Bahr stehen für eine Zwei-Marken-Strategie, die so kein anderer Anbieter in der Baumarktbranche bieten kann", erklärte Pascal Warnking, Vorstand für Marketing und Category Management der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG. Nürnberg zeigt, dass diese Doppelstrategie auch auf engstem Raum funktioniert.


„Der Kunde bekommt bei uns weiter alles, was er braucht“, sagte Warnking bei der offiziellen Übergabe des Easy-to-Shop Marktes in der Nürnberger Geisseestraße, „aber er findet viel schneller als bisher, was er sucht“. Erreicht wird dies durch ein ganzes Bündel von Veränderungen im Warenangebot und im Markt selbst. So sind die meisten Sortimentsbereiche jetzt konsequent nach Marken- und Preiskategorien gegliedert. Hinzu kommen ein übersichtliches Ladenlayout mit einem breiten Mittelgang und markanten Aktionsflächen, plausible Leitsysteme und eine weitgehend selbsterklärende Warenpräsentation. Ohne einen Verkäufer bemühen zu müssen, erfährt der Kunde am Regal das Wichtigste über Eigenschaften, Wirkungsweise und Anwendungsgebiet eines bestimmten Artikels.

Mindestens genauso wichtig: Die Kaufentscheidung des Kunden wird durch eine gezielte Sortimentsreduzierung um rund 20 Prozent weiter erleichtert und beschleunigt. Praktiker geht damit einen Weg konsequent weiter, der im Jahr 2000 begonnen wurde. Damals waren noch mehr als 300.000 verschiedene Artikel gelistet, die von den Filialen nach eigenem Ermessen disponiert werden konnten. Nach Einführung einer zentral gesteuerten Bausteinsystematik reduzierte sich das verfügbare Warenangebot bis zum Jahr 2002 schrittweise auf rund 85.000 Artikel, heute sind es maximal 72.000. In den mittelgroßen Easy-to-Shop-Märkten, die eine Verkaufsfläche von nur rund 5.000 bis 6.000 Quadratmeter aufweisen, wird die Artikelanzahl von rund 45.000 nochmals auf rund 35.000 verringert. Warnking ist von der Richtigkeit dieses Weges überzeugt: „Wir treffen eine sinnvolle Vorauswahl und bekämpfen damit den Zeitdiebstahl, dem der Kunde in vielen Megamärkten heute ausgesetzt ist“.

Ein paar Beispiele: Früher gab es bei Praktiker 36 verschiedene Rasenmäher. Inzwischen sind es 19 Typen: 10 Benzin- und 9 Elektromäher, nach Leistung und Anforderung sortiert und in drei Preisklassen gestaffelt. Die Folge ist, dass nicht weniger, sondern mehr gekauft wird. Denn der Kunde findet schneller den passenden Mäher für seine Bedürfnisse und seine Brieftasche. Ähnlich wird in anderen Warenbereichen vorgegangen. So verkleinerte sich die Auswahl bei Bad- und Küchenarmaturen von 245 auf 97, bei Heißwasseraufbereitungsgeräten von 39 auf 20, bei Toilettendeckeln von 75 auf 50, bei Bohrhämmern von 16 auf 9, bei Stichsägen von 20 auf 12 und bei Maßbändern sogar von 31 auf 9. Dies mindert nicht nur die Qual der Wahl, sondern schafft auch mehr Preistransparenz.

Praxistest in den Pilotmärkten: 10 Prozent mehr Umsatz

Easy-to-Shop ist die Antwort von Praktiker auf die veränderten Wünsche der Baumarktkunden. Konsumforscher haben herausgefunden, dass der Käufer heutzutage vor allem Geld und Zeit sparen will. Durch zu viel Auswahl wird er nicht verwöhnt, sondern verwirrt. Deshalb ist weniger oft mehr. Die Reduktion auf das Wesentliche hat sich bei Discountern wie Aldi, Lidl und IKEA bewährt, aber auch bei der Modekette Zara oder beim Billigflieger Ryanair. Und sie bewährt sich bei Praktiker in den sechs Pilotmärkten, in denen Easy-to-Shop seit August 2006 im Praxistest läuft: In Weingarten und Gerlingen in Baden-Württemberg, Wolfen in Sachsen-Anhalt, Chemnitz-Wittgensdorf in Sachsen, Essen in Nordrhein-Westfalen und Delmenhorst in Niedersachsen.

Eine Zwischenbilanz nach nunmehr gut einem halben Jahr Testlauf bestätigte: Das neue Konzept erhöht nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch die Kauflust der Kunden. Selbst wenn man den besonders werbewirksamen Eröffnungsmonat August ausnimmt, haben diese Pilotmärkte zwischen September bis Dezember zehn Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr gemacht.

Interessant daran: Von dem erzielten Mehrumsatz entfiel rund ein Drittel auf eine erhöhte Kundenfrequenz, zwei Drittel auf den höheren Durchschnittsbon an der Kasse. Daraus ergibt sich auch – in Verbindung mit der eingetretenen Effizienzsteigerung in der Warenwirtschaft – eine markante Verbesserung der Ertragssituation dieser Märkte. „So nützt Easy-to-Shop nicht nur dem Kunden, sondern auch Praktiker“, betonte Warnking. „Der Umbau eines Marktes kostet uns im Schnitt rund 400.000 Euro. Diese Ausgaben dürften sich aber innerhalb von etwa zwei Jahren amortisieren.“

Aufgrund dieser positiven Bilanz wird die Umrüstung weiterer Praktiker-Filialen in Deutschland früher und schneller realisiert als ursprünglich geplant. Zum Auftakt der flächendeckenden Einführung von Easy-to-Shop wurden im ersten Anlauf 12 Märkte umgestellt. Darunter befinden sich erstmals drei Märkte in Bayern: Außer in Nürnberg, wo Praktiker in der Regensburger Straße noch einen zweiten herkömmlichen Baumarkt betreibt, kann der Kunde vom heutigen Montag an auch in Bayreuth und Memmingen nach dem Easy-to-Shop-Prinzip einkaufen.

Insgesamt sollen im Verlauf dieses Jahr in sechs Wellen nicht 50, wie ursprünglich geplant, sondern knapp 70 Easy-to-Shop-Märkte ans Netz gehen. 2008 und 2009 wird jeweils dieselbe Anzahl von Märkten hinzu kommen, so dass Ende dieses Jahrzehnts mehr als 200 Praktiker-Filialen umgestellt sein werden. Damit wären dann 80 Prozent des gesamten Praktiker-Filialnetzes in Deutschland abgedeckt.

Schlüsselrolle in neuer Zwei-Marken-Strategie

Dem Easy-to-Shop-Konzept kommt eine Schlüsselrolle im Rahmen der künftigen Zwei-Marken-Strategie des Praktiker-Konzerns zu: Es schärft auf der einen Seite das discountierende, preisaggressive Profil der Marke Praktiker. Im Kontrast dazu steht auf der anderen Seite die neu hinzu gekommene Premium-Marke Max Bahr, die sich durch größere Sortimentsbreite und -tiefe sowie ausgeprägte Beratungs- und Servicekompetenz auszeichnet. Dass diese Zwei-Marken-Strategie auch auf engstem Raum aufgeht, zeigt der Standort Geisseestraße in Nürnberg deutlich: Dicht nebeneinander sprechen hier Max Bahr und Praktiker ihre spezifischen Käuferschichten an. Beide machen gute Geschäfte, mit ihren unterschiedlichen Konzepten stehen sie sich nicht im Wege, sondern ergänzen sich gegenseitig.







 

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