| |
Hauptversammlung der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG
Deutschlandgeschäft im 2. Quartal stabilisiert Priorität für Ergebnis- und Liquiditätssicherung
Saarbrücken – 27.05.09. Nach einem unbefriedigenden ersten Quartal 2009 hat sich die Geschäftsentwicklung des Praktiker Konzerns in Deutschland in den letzten zwei Monaten – in einem weiterhin schwierigen konjunkturellen Umfeld – deutlich verbessert. „Praktiker setze trotz zweier fehlender Verkaufstage allein im April so viel mehr als im Vorjahr um, dass die Umsatzverluste aus dem ersten Quartal weitgehend ausgeglichen werden konnten“, betonte Wolfgang Werner, Vorstandsvorsitzender der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG auf der diesjährigen Hauptversammlung in Saarbrücken. Auch der Mai zeige sich bisher von einer freundlichen Seite, so dass Praktiker den Umfang der im März erstmals an 81 deutschen Standorten eingeführten Kurzarbeit auf nur noch fünf reduzieren konnte. Zur Entwarnung gebe es aber noch keinen Anlass. Werner rief deshalb zu „eiserner Disziplin“ auf. Ergebnis- und Liquiditätssicherung stünden weiterhin „mit einem dicken Ausrufezeichen“ ganz oben auf der Prioritätenliste.
Die Ausführungen des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Werner auf der Hauptversammlung 2009 finden Sie hier.
Am gesamtwirtschaftlichen Umfeld gibt es laut Werner nichts schönzureden. „Wir haben aber alle gemeinsam die Verantwortung dafür, dass wir nicht herbeireden, was es zu vermeiden gilt“, betonte er und rief dazu auf, „die Chance in der Krise und nach der Krise“ zu sehen und zu nutzen. Der Praktiker Konzern sei gut aufgestellt, seine Finanzposition solide. Insgesamt habe man Ende 2008 über rund 233 Millionen Euro an flüssigen Mitteln verfügt, hinzu kämen eine syndizierte Kreditlinie von 200 Millionen Euro und vergleichsweise geringe Schulden. Werner: „Weiterer Spielraum wurde erst jüngst mit der erfolgreichen Platzierung eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 50 Millionen Euro hinzu gewonnen“. So könne das Unternehmen in der Krise „wirkungsvoll agieren“ und nach der Krise „aus der Bremsspur heraus schnell beschleunigen, wenn der Konjunkturmotor wieder anspringt“.
Wann dies sein wird, ließ Werner offen. Es gebe Signale, „die darauf hindeuten, dass die Talsohle der Rezession nahezu erreicht ist und es bald wieder aufwärts gehen könnte“. Dazu gehöre in Deutschland der gute Start ins zweite Quartal, im Ausland die Stabilisierung einiger ost- und südosteuropäischer Wechselkurse. Letztere böten „eine gewisse Chance, dass die Belastungen, denen wir in den letzten sechs Monaten ausgesetzt waren, sich so im weiteren Verlauf des Jahres nicht wiederholen werden“. Nicht auszuschließen sei aber auch, „dass die härteste Belastungsprobe noch vor uns liegt, nämlich das zweite Halbjahr 2009, falls der Arbeitsmarkt in Deutschland einbricht, die Bundestagswahl keinen positiven Impuls liefert und in Osteuropa die strukturell angeschlagenen Volkswirtschaften noch tiefer in die Krise rutschen“. Dies wäre Gift für den Konsum im In- und Ausland „und auch für uns eine neue Herausforderung“.
Vor diesem Hintergrund bezeichnete Werner es als richtig, dass der Praktiker Konzern im Ausland eine Expansionspause eingelegt habe, fügte aber hinzu: „Dies bedeutet nicht, dass wir unsere Auslandsstrategie geändert hätten. Wir halten das Potential der Märkte in Ost- und Südosteuropa unverändert für groß. Daran zu partizipieren, ist auf mittlere Sicht auch weiterhin unser Ziel. Das werden wir nicht aus den Augen verlieren“.
Werner verteidigte nachdrücklich auch die im März in Deutschland unter dem Eindruck der um sich greifenden Rezession eingeführte Kurzarbeit als „eine sinnvolle Alternative zum kurzatmigen, häufig im Einzelhandel anzutreffenden Prinzip des ,hire and fire’ “. Dieser Schritt sei richtig gewesen, auch wenn jetzt „durch viel Schatten etwas Licht schimmert“. Werner: „Als erster Einzelhandelskonzern haben wir das Tor zu einer verantwortungsvollen, nachhaltigen Personalplanung aufgestoßen, die einerseits geeignet ist, in Krisenzeiten den Kostendruck auf das Unternehmen ein Stück weit abzufedern, anderseits aber Qualifikation halten, Arbeitslosigkeit vermeiden und damit auch den sozialen Frieden bewahren hilft“. Es habe sich gezeigt, dass dieses Instrument in der Praxis extrem flexibel zu handhaben sei, sowohl in der zeitlichen Planung, als auch in der organisatorischen Umsetzung. „Wir können also bei Bedarf auf ein erprobtes Vorgehen zugreifen, das uns neben anderen Maßnahmen künftig helfen kann, in unruhiger See auch dann noch auf Kurs zu bleiben, wenn der Sturm noch weiter zunehmen sollte“, betonte der Praktiker-Vorstandschef.
Eine Prognose über den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2009 wollte Werner – wie schon auf der Bilanzpressekonferenz und im Rahmen der Berichterstattung über das erste Quartal – nicht abgeben. Stattdessen bekräftigte er die Erwartung des Managements, dass „wir auch bei einem rückläufigen Umsatz noch ein angemessenes positives Ergebnis erzielen können“. Was sich inzwischen allerdings deutlicher abzeichne als noch vor zwei Monaten sei eine „tektonische Verschiebung im geschäftlichen Fundament der Praktiker Gruppe“, die gar nicht so nachteilig wäre: „nämlich dass sich das Deutschland-Geschäft 2009 stabiler entwickelt als das internationale Geschäft und daher einen etwas höheren Anteil zum Umsatz und Ertrag des Konzerns beisteuern dürfte, als in den Jahren zuvor“.
|
|
|